Termine

2017

03.06.2017
buxtehude_21

Bernd Ruf | saxophone
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
Cathedral of Ratzeburg | Germany

04.06.2017
buxtehude_21

Halle | Germany

05.06.2017
buxtehude_21

Höchster Orgelsommer | Germany

08.06.2017
Opening concert of the international Symposium about the Hyper Organ

Orgelpark Amsterdam | Netherlands

09.06. – 17.06. 2017
Organ Festival Holland

organ competition: member of the jury, masterclass, concert
Alkmaar | Netherlands

21.06.2017
buxtehude_21

Bernd Ruf | saxophone
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
St. Nikolai Wismar | Germany

23.06.2017
live music to silent films of Buster Keaton

Bargteheide | Germany

26.06. – 30.06.2017
Pargas Organ Festival
concert and masterclass

Pargas | Finland

02.07.2017
Elohenu – A Jewish Prayer

Semjon Kalinowsky | viola
Franz Danksagmüller | organ
Solingen | Germany

12.07.2017
organ concert

Works by J. S. Bach | J. U. Steigleder | F. Danksagmüller
Norden | Germany

20.07.2017
Luther – sermones symphoniaci

Klaus Mertens | voice
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
Roskilde | Danmark

21.07.2017
Luther – sermones symphoniaci

Klaus Mertens | voice
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
St. Nikolai Kiel | Germany

23.07.2017
Luther – sermones symphoniaci

Klaus Mertens | voice
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
Cathedral of Schleswig | Germany

28.08.2017
organ concert

Works by J. S. Bach | J. U. Steigleder | F. Danksagmüller
St. Jakobi, Lübeck | Germany

01.08.2017
Luther – sermones symphoniaci

Klaus Mertens | voice
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
Rotenburg | Germany

17.08.2017
The Phantom of the Opera

Live soundtrack to the silent film (organ)
Elbphilharmonie Hamburg | Germany

05.09.2017
organ concert

Freiburger Münster | Germany

12.09.2017
Luther – sermones symphoniaci

Klaus Mertens | voice
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
St. Jacobi, Hamburg | Germany

15.09.2017
Luther – sermones symphoniaci

Klaus Mertens | voice
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
Darmstadt | Germany

30.09.2017
Soirée «Zukunftsmusik»

Hildebrandt-Tage 2017
World premiere of the commissioned work «Kyrie» and concert with organ and live electronics
St. Wenzel Naumburg | Germany

01.10.2017
Elohenu – A Jewish Prayer

Semjon Kalinowsky | viola
Franz Danksagmüller | organ
Aachen | Germany

07.10.2017
The Cabinet of Dr. Caligari (Robert Wiene, 1920)

Live soundtrack to the silent film (organ and electronics)
Kino Thun / Swizerland

14.10.2017
Luther – sermones symphoniaci

Klaus Mertens | voice
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
Konzerthaus Berlin | Germany

20.10.2017
Luther – sermones symphoniaci

Klaus Mertens | voice
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
Festival Musica Sacra
Cathedral of St. Pölten | Austria

29.10.2017
buxtehude_21

Bernd Ruf | saxophone
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
St. Nicolai, Sylt | Germany

19.11.2017
Elohenu – A Jewish Prayer

Semjon Kalinowsky | viola
Franz Danksagmüller | organ
Tutzing | Germany

25.11.2017
about dying

Interdisciplinary Project
St. Petri, Lübeck | Germany

Vita

Franz Danksagmüller

zählt als Komponist und Organist durch seine innovativen Projekte, außergewöhnlichen Orgelimprovisationen und seine Live-Elektronik Performances zu den kreativsten Köpfen der internationalen Konzertszene.
Als Organist und Performer ist er sowohl solistisch als auch in unterschiedlichen Besetzungen tätig.

Seine Kompositionen werden bei renommierten Orgelwettbewerben und Festivals aufgeführt, u.a. in Innsbruck (2016) und Alkmaar (2016, 2017), beim Rainy Days Festival in der Philharmonie Luxemburg (2012), beim Carinthischen Sommer (2015) und beim International Kyma Sound Symposium in Montana (2015) und Leicester (2016).
In seinen Kompositionen lotet er die Verbindung von klassischen Klangkörpern mit Live-Elektronik immer wieder neu aus und legt dabei einen Schwerpunkt auf die Verwendung von historischen Instrumenten und menschlicher Stimme in all ihren Ausdrucksformen.

Als leidenschaftlicher Grenzgänger nutzt er für seine Arbeit historische Kompositionstechniken ebenso wie den Austausch mit Wissenschaftlern, u.a. von der Uniklinik Lübeck und vom CERN in Genf. Dabei spielen Sonifikationen von Daten und ihre Verwendung als Grundlage für Musik eine wichtige Rolle.

In genreübergreifenden Projekten arbeitet er mit den unterschiedlichsten Künstlerpersönlichkeiten zusammen, u.a. mit der Vokalistin Lauren Newton, dem armenischen Duduk-Spieler Gevorg Dabaghyan, der Komponistin und Erfinderin von Kyma Carla Scaletti, dem Bass-Bariton Klaus Mertens der Lichtkünstlerin Viktoria Coeln, dem Komponisten Karlheinz Essl und dem Architekturbüro soan. Zusammen mit dem Saxophonisten Bernd Ruf entstand das Projekt buxtehude_21, in dem die Musiker mit ihren Komprovisationen eine spannende Brücke von der Barockmusik in die Gegenwart bauen. Das Projekt wurde von der Kritik als „mitreißendes Klangabenteuer“ gefeiert, und ist gerade auf einer vielbeachteten CD erschienen.
In dem Musiktheater Just Call Me God mit John Malkovich in der Hauptrolle arbeitet Franz Danksagmüller (Live-Elektronik) mit Martin Haselböck ( Musikkonzept und Orgel) zusammen. Das Ensemble gastierte u.a. in der Hamburger Elbphilharmonie, im Konzerthaus Wien, im Concertgebouw Amsterdam, in Union Chapel in London im House of Music in Moskau.

Eine besondere Rolle nehmen Live-Performances zu Stummfilmen in unterschiedlichsten Besetzungen ein, die sich ebenfalls im Spannungsfeld zwischen Komposition und Improvisation bewegen.

Franz Danksagmüller studierte Orgel, Komposition und elektronische Musik in Wien, Linz, Saarbrücken und Paris. Zu seinen Lehrern zählen Michael Radulescu, Daniel Roth, Erich Urbanner und Karlheinz Essl. 1994 erhielt er den Würdigungspreis des Österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, und wurde bei mehreren internationalen Wettbewerben ausgezeichnet. Er konzertierte u.a. mit den Wiener Symphonikern, der Camerata Salzburg, den Berliner Symphonikern, den Hamburger Symphonikern, dem Orchestra of Birmingham, dem RSO Wien, dem Ensemble die Reihe und dem Arnold Schönberg Chor und arbeitete mit namhaften Dirigenten zusammen, u. a. mit Sir Simon Rattle, Michael Schønwandt, Erwin Ortner und Ton Koopmann.

Von 1995 bis 2003 wirkte Franz Danksagmüller als Dozent an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.
Von 1999 bis 2005 war er Organist und Komponist am Dom in St. Pölten (Österreich),
seit 2005 ist er Professor für Orgel und Improvisation an der Musikhochschule Lübeck.

Instrumentarium

Das Instrumentarium

Orgel

Die Orgel (organon = Werkzeug, Instrument) wurde vermutlich ursprünglich als physikalisches Instrument entwickelt, das (ähnlich dem Monochord) Verhältnisse und andere mathematische Gegebenheiten mithilfe von Klang darstellen sollte.
Die Orgel ist das komplexeste von Menschen erschaffene Musikinstrument. Es hat die größte klangliche Vielfalt, der Tonumfang schöpft die menschlichen Hörgrenzen in vollem Umfang aus.
Daher wurde dieses Instrument auch immer wieder als Ersatz bzw. zum Imitieren andere Instrumente bis hin zum Orchester verwendet.

Clavichord

Das Clavichord dagegen ist ein sehr intimes Instrument. Es erlaubt den direktesten Kontakt zur Klangerzeugung, der für einen Tastenmusiker überhaupt möglich ist und ermöglicht subtilste Klangschattierungen. Lange Zeit war es DAS Übeinstrument für Organisten.
Das Übeinstrument von Franz Danksagmüller ist eine Kopie des Pedalclavichords von David Gerstenberg (1766; zwei Manuale, Pedal), erbaut von Joel Speerstra.

Toy Piano

Das Toy Piano war ursprünglich als ein Instrument für Kinder gedacht. Seit den 1940er- Jahren hat es (nicht zuletzt dank John Cage) einen festen Platz in der zeitgenössischen Musikszene.

Kyma

“Der heilige Gral des Sounddesigns” (Future Music). Die Klangqualität und die Möglichkeiten der Live- Klangbearbeitung sind unerreicht. Mit Kyma ist es möglich, komplexe Instrumente zu bauen, die aufgrund ihrer hohen Klangqualität in Dialog zu klassischen Musikinstrumenten treten können.
Diese Instrumente erlauben es dem Spieler, den Klang eines beliebigen Instrumentes oder einer Stimme zu transformieren, zu großen Klanggemälden zusammenzufügen und alle für die Klangmanipulation erforderlichen Parameter intuitiv bedienbar zu machen.
Jedes dieser Instrumente hat ein elektronisches “Gehirn”, eine virtuellen Kontrolloberfläche auf dem iPad und externe Controller, die verschiedene Parameter der Instrumente ansteuern.
www.symbolicsound.com

Continuum Fingerboard

Ein “dreidimensionales Keyboard”, das 1990 von Lippold Haken entwickelt wurde. Es erlaubt dem Spieler polyphon frei zu intonieren. Darüber hinaus kann die Klangfarbe und die Lautstärke jedes einzelnen Tones durch die jeweilige Position der Finger (vorne, hinten, mehr oder weniger Druck) beeinflusst werden. Dadurch können die einzelnen Töne sehr subtil gestaltet werden, ähnlich wie auf klassischen Instrumenten.
www.hakenaudio.com

Wiimote and Nunchuk

Diese für die Spieleindustrie entwickelten Controller übertragen die Bewegungen des Spielers äußerst präzise und subtil. Dadurch eignen sich die mit Bewegungssensoren bestückten Controller sehr gut für die Kontrolle musikalischer Parameter.
www.nintendo.com

Emotiv brain wave sensor

Dieser Sensor zeichnet Gehirnströme in Echtzeit auf und sendet diese an das elektronische Musikinstrument. Dadurch können mittels Emotionen verschiedene Aspekte des Soundtracks beeinflusst werden. Da die Musik ebenso Emotionen im Spieler hervorruft, entsteht oftmals ein faszinierender Kreislauf.
www.emotiv.com

Wacom graphic tablet

Das graphic tablet erzeugt Kontrolldaten auf der x, y, und z Achse und registriert darüber hinaus den Winkel und Position des Stiftes. Dadurch lassen sich beliebige musikalische Parameter ansteuern. Da man gleichzeitig schreiben und den Klang modulieren kann, lassen sich graphische Partituren während der Aufführung kreieren.
www.wacom.com

Gulliphon

Das Gulliphon ist ein selbstentwickeltes Instrument, das aus einem Hard- und einem Softwareteil besteht. Es entstand aus einem Fundstück vom Schrottplatz. Das Metallobjekt ist mittels eines Kontaktmikrofones und verschiedener Controller (Potentiometer, Sensoren) mit Kyma verbunden und wird mit einem Incredibow gespielt.
Die Motivation zum Bau dieses Instruments war der Gedanke, wie man aus einem einzelnen rohen Ton faszinierende Klänge und musikalische Strukturen erzeugen kann.
Gulliphon-Projekt

LinnStrument

Ein weiteres dreidimensionales Keyboard, entwickelt von Roger Linn.
www.rogerlinndesign.com

Archiv

2017

20.05. + 21.05.2017
Elohenu – A Jewish Prayer

Semjon Kalinowsky | viola
Franz Danksagmüller | organ
Hannover and Sangerhausen | Germany

17.05.2017
Luther – sermones symphoniaci

Klaus Mertens | voice
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
St. Jakobi, Lübeck | Germany

04.05.2017
Luther – sermones symphoniaci

Klaus Mertens | voice
Franz Danksagmüller | organ and live-electronics
Cathedral of Innsbruck | Austria

25.04.2017
The Cabinet of Dr. Caligari

Live soundtrack to the silent film with organ and live electronics
Academy of Music Oslo | Norway

24.04. – 27.04.2017
masterclass

Improvisation and Programmusik
Academy of Music Oslo | Norway

14.04.2017
Passio

For choir | string quartet | organ | soloists and speaker
Performance within the liturgy on good friday
Cathedral of St. Pölten / Austria

08.03. – 09.04.2017
Just Call me God

John Malkovich | actor
Martin Haselböck | organ
Michael Sturminger | screenplay
Franz Danksagmüller | live-electronics

08.03.- 10.03. Hamburg | Elbphilharmonie
12.03.- 13.03. Vienna | Konzerthaus
15.03. Amsterdam | Concertgebouw
18.03. Groningen | De Oosterport
21.03. Birmingham | Symphony Hall
23.03.- 25.03. London | Union Chapel
28.03. Luxembourg | Philharmonie
02.04. Moscow | House of Music
04.04. Budapest | Palace of Arts
09.04. Munich | Residenztheater

Kontakt

Kontakt / Impressum

Prof. Franz Danksagmüller
Engelsgrube 66
23552 Lübeck
Mobil: +49 157 81875891
franz@danksagmueller.com

Umst.-Id: DE253210015

Redaktion: Antje Hubert
Design: Sibyll Amthor | www.einfachschoen-design.de
Realisation: Nils Hartlef

  • luther –
    sermones symphoniaci

    musikalische predigten

    Klaus Mertens Stimme | www.klausmertens.eu
    Franz Danksagmüller Konzept | Orgel | Live-Elektronik

    Mit Musik von:
    Franz Danksagmüller, J. S. Bach, Heinrich Schütz, Ulrich Steigleder
    Texte | Lieder von Martin Luther und gregorianische Choräle

    PDF-Download > Programm
    Länge des Programms: ca. 80 Minuten

    «Die Rede ist die Kunst, Glauben zu erwecken.»
    Aristoteles

    Die Sermones Symphoniaci sind musikalische Verkündigungen, ein Zusammenklang von Stimme, Orgel und Live-Elektronik. Sie basieren auf Predigten und Liedern von Martin Luther. Die einzelnen Abschnitte führen durch das Kirchenjahr und durch verschiedene Kapitel des Katechismus.

    Die Stimme des Predigers (Klaus Mertens) changiert zwischen Sprechen und Singen. Sie wird mittels der Elektronik bearbeitet und vervielfältigt, so dass der Sänger manch­mal seine eigenen Begleitstimmen produziert, im Organum singt oder als eine «multiplizierte Sprecherpersönlichkeit» erklingt. Bisweilen verschmilzt die Stimme mit dem Klang der Orgel, bringt das archaische Instrument zum Sprechen und vereint sich so mit ihr zu einem «kosmischen Prediger».

    Sprache und Musik werden zu einer Einheit. Der «Soundtrack» greift den barocken Gedanken von der Musik als Verkündigung auf und basiert auf den Prinzipien barocker rhetorischer Figuren. Es entsteht eine eigene Klangwelt: Texte und Lieder von Martin Luther, gregorianische Hymnen und die Kompositionen von Heinrich Schütz werden zu einer großen Klang-Predigt vereinigt. Ein akustisches Pendant zu einer reich ausgestatteten, viele Geschichten erzählenden Kathedrale.

    Westfälisches Volksblatt | 10.02.2017
    Die innovative Live-Elektronik (…) scheint die historischen Texte wie mit Zauberkraft über Jahrhunderte hinweg in die Gegenwart zu beamen.

    > Buchungsanfrage

  • broken bits

    «I hate slick and pretty things. I prefer mistakes and accidents. Which is why I like things like cuts and bruises – they‘re like little flowers. I‘ ve always said that if you have a name for something, like ‚cut‘ or ‚bruise,‘ people will automatically be disturbed by it. But when you see the same thing in nature, and you don‘t know what it is, it can be very beautiful.»
    David Lynch

    Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Schönheit, der Poesie und der Melancholie im Klang kaputter Instrumente und verfallener Orgeln. Was macht diese Klänge so besonders?
    Welche spezifische Signatur haben die Zeit, das Klima und der oft gewaltsame und zerstörerische Einfluss von Menschen hinterlassen?

    Das Projekt

    2014 wurde auf einer dreiwöchigen Reise durch Polen, die Slowakei und Tschechien an verlassenen Orten umfangreiches Ton- und Filmmaterial gesammelt. Weitere Reisen folgten, inzwischen ist ein großes Archiv entstanden: Klänge von zerstörten Orgeln und kaputten Instrumenten, die in leerstehenden Kirchen gefunden wurden, aber auch eine Vielzahl von Klängen aus den verfallenen Gebäuden selbst und ihrem Inventar (Kirchen, Synagogen, Fabriken u.a.). Hinzu kommen Lieder und Stimmen alter Menschen, die noch einen Bezug zu diesen Orten haben.

    Da sich unter den gefundenen Instrumenten auch Orgeln befinden, die seit ihrer Erbauung unberührt geblieben sind, entwickelt dieses Archiv auch einen dokumentarischen Charakter.

    Die Ziele des Projekts

    > Kompositionen für Orgel bzw. Klavier solo als auch für Live-Elektronik, Orgel, verschiedene Instrumente und Stimme.

    > ein Konzertkonzept für Orgel, Live- Elektronik und Film. Dabei werden einzelne Instrumente und Orte in den Fokus gerückt.

    > In Vorbereitung: der Dokumentarfilm Broken Bits, thede filmproduktion. Der Film geht mit Franz Danksagmüller auf die Reise durch Osteuropa, erzählt von der Entstehung seiner Musik und taucht ein in die Geschichte vergessener Orte.

    > Die umfangreiche Dokumentation herausragender Instrumente.

  • just call me god

    A dictator’s final speech

    Ein Diktator durchlebt die letzten Stunden vor seiner Entmachtung. Wie viele Machthaber vor ihm ist auch er von der Orgel fasziniert. Sein privater, unterirdischer Konzertsaal ist bestückt mit einer großen Orgel und bildet die Szenerie dieses Musiktheaters mit John Malkovich in der Hauptrolle.

    Eine militärische Allianz, die sich gegen den Diktator formiert hat, steht kurz vor der Eroberung der Hauptstadt. Ein Stoßtrupp durchstreift den Präsidentenpalast und entdeckt den Konzertsaal. Unter den Soldaten befinden sich ein Organist und eine Journalistin – zwischen ihnen und dem Tyrannen entwickelt sich ein musikalisch-szenischer Dialog.

    www.justcallmegod.com

    mit
    John Malkovich | Diktator
    Sophie von Kessel | Journalistin
    Martin Haselböck | Orgel | www.haselboeck.org
    Franz Danksagmüller | Live-Elektronik
    Michael Sturminger | Buch, Regie, Produktion | www.sturminger.com

    Weltpremiere:

    8. März 2017 in der Elbphilharmonie Hamburg

    MUSIK (AUSZÜGE):

    Martin Haselböck
    A whiter Air
    The Grand Anthem
    Haselböck | Danksagmüller
    Grand Organ Macabre Harmonica
    Bigger Than Life! | Grand Organ Improvisation | Psychocratic Barground
    Improvisation
    Grand Organ Cacophonia
    The Final Waltz

    «…Die Live-Elektronik lässt nun den Orgelklang anwachsen, kreiert Interpretationen, erforscht die Parallelwelt auf einem derart künstlerischen Niveau, das in einem ganz individuellen Kontrast zu den Klängen der realen Musik steht. Das Klangspektrum erweitert sich, entwickelt seinen ganz eigenen Charakter. Die Stimme des Diktators ebenso wie die Klangfarben verändern sich. Der Orgelklang wird in Anlehnung an den Sprachrhythmus abgewandelt. Eine Verwandlung findet statt. Auf diese Weise verschmelzen der Diktator und die Orgel und erschaffen dadurch das mächtige Band, das schon seit jeher zwischen den Mächtigen und diesem imposanten Instrument besteht.»
    Martin Haselböck

    Danksagmüllers Instrumente:

    Kyma «the holy grail of sound design» – Future Music
    Dreidimensionales Keyboard LinnStrument

    © Bilder: Lalo Jodlbauer

  • Broken bach |
    future music

    Live-Remix für
    Orgel | Live-Elektronik | Minimoog

    Franz Danksagmüller Konzept | Orgel | Live-Elektronik

    Die klassischen Komponisten waren stets am Puls der Zeit. Interessiert an den neuesten Instrumenten, Klängen, Techniken haben sie von den Werken ihrer Vorgänger gelernt, sie oftmals bearbeitet und umgestaltet und auch Teile daraus für ihre eigenen Kompositionen verwendet. Aus der Fülle der Eindrücke heraus haben sie die Musik ihrer Zeit gestaltet und weiter entwickelt.

    Das Projekt broken Bach beruht auf diesen Überlegungen, geht von Kompositionen J. S. Bachs und einigen seiner Zeitgenossen aus und verarbeitet sie mit Mitteln und Techniken unserer Zeit. Dazu gehören «sampling», «remix», verschiedene digitale Klangmanipulationen usw.

    Damit werden die einzelnen originalen Kompositionen auseinandergenommen, deren rhythmische oder harmonische Essenz gewonnen und mit diesen neu gewonnenen Bausteinen neue Musikstücke aufgebaut.

    Als Referenz an die aufsehenerregende, mit Moog-Synthesizern produzierte LP «Switched on Bach» von Walter Carlos findet ein inzwischen ebenso historisches Instrument Verwendung: ein originaler Minimoog tritt in Dialog zur historischen Orgel.

    Premiere ist am 30. September 2017 bei den Hildebrandt Tagen in Naumburg.

    Das Programm beinhaltet u. a.
    J.S. Bach | Eröffnungschor Kantate «Wachet auf ruft uns die Stimme»
    J.S. Bach | Orchestersuite: Air
    A. Vivaldi | Ausschnitte aus den Jahreszeiten
    F. Danksagmüller | Kyrie! (Auftragskomposition der Hildebrandt-Tage)

    > Buchungsanfrage

  • Masterclass

    rhetorical figures and
    Programmmusik

    Ein Komponist oder Improvisator kann mit seiner Musik gezielt Emotionen hervorrufen. Im Barock sprach man von Affekten – Johann Gottfried Walther benennt acht in seinem Musikalischen Lexikon: Liebe, Leid, Freude, Wut, Mitleid, Furcht, Mut und Verwunderung.

    Eine genaue Kenntnis der verschiedenen musikalischen und rhetorischen Elemente ist die Voraussetzung dafür, solche Gemütszustände in den Zuhörern hervorrufen zu können. Die Wurzeln dieser Kunst liegen in der Antike. Viele barocke Theoretiker, darunter Christoph Bernhard, Athanasius Kirche und Johann Mattheson, haben – basierend auf diesen Überlieferungen -  Rhythmen, rhetorische Figuren und Tonarten nach verschiedenen Wirkungen kategorisiert.

    Der Workshop behandelt diese Traktate und analysiert Kompositionen, die einen direkten Bezug zu einem bestimmen Text oder bestimmten Emotionen haben, darunter Kompositionen von Heinrich Schütz, Dietrich Buxtehude und Max Reger, Oratorien von J. S. Bach und Joseph Haydn, Bühnenmusik von Lully, Mozart, Beethoven und Schubert sowie Programm- und Filmmusik.

    Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden mittels Improvisation und Komposition in eigene Musik umgesetzt.

    Termine 2017

    24 – 27. April | University of Music, Oslo | Norway
    14. und 16. Juni | Holland Organ Festival, Alkmaar | Holland
    26. – 30. Juni | Pargas Organ Festival | Finnland

    > Buchungsanfrage

  • Stummfilme

    Franz Danksagmüller ist bekannt für seine packenden und ideenreichen Live-Soundtracks zu Stummfilmen. Als Solist an der Orgel, mit elektronischen Instrumenten oder zusammen mit anderen Musikern – jede Aufführung ist ein Unikat, da die Musik in der Regel nicht notiert wird.

    Ein besonderes Kennzeichen seiner Soundtracks ist die Vermischung von Musik und Sounddesign. Teilweise scheint der Klang aus dem Film zu kommen, um sich dann in Musik zu verwandeln und umgekehrt. Für jede Aufführung mit Live-Elektronik wird ein eigenes Instrument entworfen. Für die meisten Filme gibt es Arrangements für verschiedene Besetzungen.

    Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens

    Deutscher Horrorfilm von Friedrich Wilhelm Murnau, 1922
    Länge: 81 Minuten
    Orgel, Stimme, Live-Elektronik > Video
    mit Studenten der Musikhochschule Lübeck > Video

    Buster Keaton – Sherlock, Jr.

    Amerikan. Stummfilmkomödie von und mit Buster Keaton, 1924
    Länge: 45 Minuten
    mit Studenten der Musikhochschule Lübeck > Video

    The Phantom Of The Opera

    Amerikanischer Stummfilm von Rupert Julian, 1925
    Länge: 106 Minuten
    Orgel, Live-Elektronik > Video

    Körkarlen | Der Fuhrmann des Todes | The Phantom Carriage

    Schwedischer Horrorfilm von Victor Sjöström, 1921
    Länge: 104 Minuten
    Stimme (Berit Barfred Jensen), Live-Elektronik > Video

    Metropolis

    Deutscher Spielfilm von Fritz Lang, 1927
    Länge: 120-144 Minuten
    Live-Elektronik > Video

    Spione

    Deutscher Agentenfilm von Fritz Lang, 1928
    Länge: 145 Minuten
    > Video

    Panzerkreuzer Potemkin | Battleship Potemkin

    Russischer Spielfilm von Sergei Eisenstein, 1925
    Länge: 66 Minuten
    Orgel, Schlagzeug (Johannes Fischer), Live-Elektronik > Video

    Asphalt

    Deutscher Stummfilm von Joe May, 1929
    Länge: 93 Minuten
    Welte Orgel im Grassimuseum Leipzig > Video

    The Fall of the House of Usher

    Amerikan. Kurzfilm nach einer Geschichte von E. A. Poe, 1928
    Orgel, Live-Elektronik > Video

    außerdem (ohne Aufzeichnungen):
    La Chute de la maison Usher | Jean Epstein, 1928
    Der müde Tod | Fritz Lang, 1921
    The Playhouse | Buster Keaton, 1921
    The Garage | Buster Keaton, 1920
    Das Cabinet des Dr. Caligari | Robert Wiene, 1920
    Von Morgens bis Mitternachts | Karlheinz Martin, 1920

    > Buchungsanfrage

  • buxtehude_21
    on the bridge

    Komprovisationen über Werke von
    Tunder | Buxtehude | Bach | Händel

    Bernd Ruf Sopransaxophon, Klarinette | www.berndruf.de
    Franz Danksagmüller Orgel, Toy-Piano, Live-Elektronik

    Das Interpretationskonzept der beiden Musikprofessoren Bernd Ruf und Franz Danksagmüller birgt eine ähnliche Sprengkraft wie einst der Beginn der Historischen Aufführungspraxis. Der Ansatz ist ein völlig anderer. Nicht, wie haben die Musiker einst gespielt, ist hier die zentrale Frage, sondern wie hat ihre Musik auf die Menschen gewirkt. Danksagmüller_Ruf spielen und forschen mit der Intention, die Wirkung der Musik jener Zeit in der Gegenwart erfahrbar zu machen. Ihre Mittel sind Improvisation, Rekomposition, Live-Elektronik, Historische Aufführungspraxis und Elemente der Neuen Musik. Damit begegnen sie der Original-Partitur, befreien sie von ihrer Patina, offenbaren ihren Kern und setzen sie neu zusammen. Es entsteht ein faszinierendes klangliches Destillat, welches zeitepochales Denken auflöst.

    Bernd Ruf

    gilt als eine der interessantesten Persönlichkeiten im Bereich Classical Crossover. Der Grammy-Nominee von 2002 fällt immer wieder auf durch seine grenzüberschreitenden Projekte, Begegnungen mit Musikern aus unterschiedlichen Kulturkreisen. So entwickelte er spezielle Klassikprogramme mit afrikanischen, mongolischen und lateinamerikanischen Musikern, mit Jazz- und Rockmusikern. Bernd Ruf dirigierte u.a. das ORF Radio-Sinfonieorchester Wien, die NDR Radiophilharmonie Hannover, das Cayuga Chamber Orchestra Ithaca | New York und arbeitete mit Roger Hodgson (Supertramp), Joe Lovano, Randy Brecker zusammen. Bei den Händel-Festspielen in Halle konzipiert und leitet er den jährlich stattfindenden Konzertabend Bridges to the Classics. Als Klarinettist spielt er gemeinsam mit dem Bandoneon-Meister Raul Jaurena. Seit 2004 lehrt er als Professor für Popularmusik, Jazz und Weltmusik an der Musikhochschule Lübeck.

    > Trailer zur CD
    PDF-Download > Infosheet

    CD
    buxtehude_21
    Veröffentlichung: 09.05.2016
    Label: gpArts | Vertrieb: EDEL Kultur | Bestellnr: gpARTS 009 .

    Kontakt Booking
    gpArts
    Hendrik Czaster | hendrik.czaster@germanpops.de
    Peenestieg 1-3 | 23554 Lübeck
    Telefon (0451) 808 505 60
    Fax (0451) 989 809 76
    www.germanpops.de

  • Das Gulliphon Projekt

    Das Projekt

    begann 2013 mit dem Vorhaben, aus einem kaputten, ausgemusterten Gegenstand ein vielseitiges Instrument zu machen. Dieses Instrument sollte es dem Spieler ermöglichen, den rohen Klang in unterschiedlichster Weise zu modulieren und die daraus abgeleiteten Klangfarben und Töne zu ganzen Soundtracks zusammensetzen zu können.

    Der dazu auserkorene Gegenstand wurde zuerst für einen Gullydeckel gehalten und erhielt daher den Namen Gulliphon. Erst im Laufe der Zeit wurde er als ein Teil einer Einrichtung zum Einkochen von Lebensmitteln identifiziert, der Name jedoch blieb.

    Die Metallstäbe werden mit einem Incredibow angestrichen, die daraus resultierenden Töne mittels eines Kontaktmikrofons abgenommen und an die Live-Elektronik weitergeleitet. Die Entwicklung des komplexen Software-Instruments in Kyma dauerte mehrere Monate. Mithilfe von Kollegen des Institut Superiéur Industriel de Bruxelles wurden auf dem Gegenstand verschiedene Knöpfe, Potentiometer und Sensoren angebracht. Soft- und Hardware ergeben nun eine Einheit, das Resultat ist ein komplexes, vielseitiges Instrument.

    Das Gulliphon in Aktion

    Das Gulliphon wurde bisher in verschiedenen Projekten eingesetzt – sowohl solistisch als auch im Ensemble mit anderen Instrumenten:

    1. LIVE SOUNDTRACKS ZU STUMMFILMEN

    Nosferatu > Video zwischen 3:22 – 4:50

    Spione > Video zwischen 1:15 – 1:55

    2. CLUB NIGHTS

    3. INTERDISZIPLINÄRE PROJEKTE

    Geist

    Ein Abend über den menschlichen Geist und künstliche Intelligenz
    mit Chor, Orgel, Schlagzeug und Gulliphon
    in Kooperation mit Mathematikern, Biologen und Theologen.
    Ort: St. Petri, Lübeck | Deutschland.

    The Artificial Musical Brain

    mit John Mantegna (USA)
    University of Vermont, KISS 2016,
    De Montfort University, Leicester, UK

  • Klangkunstwerk

    Duduk und Orgel

    «Der das Unmögliche hofft, wurde größer als alle.»
    Søren Kirkegaard

    Ein synästhetisches Projekt mit Musikern und bildenden Künstlern aus Armenien zum Jahrestag des Genozids an den Armeniern

    April 2014 | Herford, Lübeck und Hamburg

    Gevorg Dabaghyan (Yerevan) | Duduk
    Karapet Shaboyan (Gyumri) | Duduk
    Franz Danksagmüller (Lübeck) | Orgel
    Martin Horn (Bochum) | Sprecher

    Sahak Poghosyan | Installation
    Tigran Sahakyan | Gemischte Technik auf Leinwand
    Sona Abgaryan | Videokunst
    Vanand Shiraz | Ölgemälde, Collage
    Lilit Vagharshyan | Druckgrafik
    Vahagn Galstyan | Ölgemälde
    Tigran Kirakosyan | Felled town, Öl auf Papier
    Ashot Grigoryan | Ölgemälde
    Hamlet Hovsepyan | Ölgemälde

    Initiatoren

    Architekt Gido Hülsmann
    in Zusammenarbeit mit Pfarrer Dr. Otto, St. Marien Kirchengemeinde in Herford

    Die Interaktion zwischen Text, Musik und bildender Kunst setzt sich mit dem Genozid am armenischen Volk auseinander und beschäftigt sich mit der Hoffnung auf Versöhnung und auf eine bessere Welt.

    Texte von Armin Theophil Wegner und Søren Kirkegaard sind die Ausgangspunkte für die Arbeit der neun armenischen Künstler. Deren Kunstwerke (Gemälde, Skulpturen und eine Videoinstallation) werden im April 2014 nach Deutschland gebracht und am 24. April in der Marienkirche in Herford, am 26. April in St. Jakobi in Lübeck und am 27. April in der Hauptkirche St. Nicolai in Hamburg ausgestellt. Die Dudukspieler Gevorg Dabaghyan und Karapet Shaboyan treten mit den Skulpturen und Gemälden sowie mit dem Organisten Franz Danksagmüller in einen improvisierten Dialog.

    Analog zu den ausgestellten Kunstwerken findet die Musik nicht an einem einzigen Ort in den jeweiligen Kirchen statt, die Musiker spielen von verschiedenen Positionen aus. Die Besucher sind eingeladen, umherzuwandern und die Bilder und Klänge auf sich wirken zu lassen. Eine Symbiose von Musik, Wort und Bildern – ein synästhetisches Erleben von Wut, Verzweiflung und Hoffnung auf Versöhnung.

    2016 erschien ein Buch mit CD, das das Projekt dokumentiert. Es kann bestellt werden bei www.soan-architekten.de

    > Video

  • Kompositionen
    für Orgel solo

    ESTAMPIE

    Auftragswerk und Pflichtstück des Internationalen BuxtehudeWettbewerbs in Lübeck 2007. Diese Komposition basiert auf den ersten Tonfolgen der Passacaglia in d von Dietrich Buxtehude und wurde für die einmanualige, mitteltönig gestimmte italienische Barockorgel (1777) im Dom zu Lübeck komponiert.
    > Video

    CANTIO IMITATIO TREMULA ORGANI

    Auftragswerk und Pflichtstück des Internationalen Buxtehude Wettbewerbs in Lübeck 2009. Ausgangspunkt für diese Komposition war die 5. Variation von “Ach du feiner Reiter” aus der Tabulator Nova von Samuel Scheidt. Spielbar auf historischen Orgeln mit einem Manual und mitteltoniger Stimmung.
    > Video

    CIRCULI

    Auftragswerk und Pflichtstück des Internationalen Buxtehude- Wettbewerbs in Lübeck 2012. Als Inspiration zu diesem Stück diente der sogenannte Garten der Lüste von Hieronymus Bosch mit seinen vielen dargestellten Kreisen und Kreisläufen.

    Hieronymus Bosch wird oft mit der Lehre der Katharer und ihrem Glauben an die Wiedergeburt in Verbindung gebracht. Demnach ist die Seele im irdischen Leben gefangen bzw. verstrickt sich in den Verlockungen desselben und wird so oft wiedergeboren, bis sie vom Geist befreit wird. Auch die sogenannte Musikerhölle auf der rechten Flügelseite mit den als Folterwerkzeuge missbrauchten Instrumenten war eine wichtige Inspirationsquelle.

    Der Spieler agiert auch als Sounddesigner und kreiert durch das sorgfältige Austarieren der Registerzüge ein ganzes Ensemble an verschiedenen fremdartigen Instrumenten.
    > Video 01
    > Video 02

    VERSUS «Erbarm dich mein o Herre Gott»

    Auftragswerk für die Einweihung der Garnier Orgel der Elgar Hall der University of Birmingham. Uraufführung durch Henry Fairs am 15. November 2014.
    > Video

    AlabasterLichtWand – sounds of π

    Diese Komposition entstand als Auftragswerk der soan architekten Dirk Boländer und Gido Hülsmann und wurde am 13. September 2015 anlässlich der Wiedereinweihung der Kirche St. Michael in Göttingen vom Komponisten uraufgeführt.

    Die Kirche wurde mit Alabasterwänden ausgekleidet. Dadurch wird der Raum in ein diffuses, weißes Licht getaucht, wobei sich die Lichtquelle nur erahnen lässt – eine Metapher für die transzendentale Welt. Ausgangspunkt der Komposition bildet die irrationale und transzendente Zahl π. Sie bestimmt die Struktur, Melodie und den Rhythmus des Stücks. Ähnlich wie dem bei der Innengestaltung der Kirche verwendeten Alabaster sollen die Klänge eine Materialisierung des Unendlichen, des ewigen Lichts, darstellen. Die aus π entstehende Bewegung hinterlässt Spuren, baut eine flirrende Klang – Lichtwand auf, und zeigt sich schließlich in reichen Klangfarben als Choral.
    > Audio

    ALLENTHALBEN WO ICH GEHE

    Auftragswerk des Orgelbüchlein Project, ein internationales Kompositionsprojekt, das das Orgelbüchlein von J.S. Bach vervollständigt. Uraufführung 2016 beim Carinthischen Sommer in Ossiach, Kärnten durch Ernst Wally.
    www.orgelbuechlein.co.uk

    From sol to BD+42 550 in 100 ly – sounds of π

    Auftragswerk des Organ Festival Holland
    Uraufführung durch Pieter van Dijk 2015 an der van Hagerere-Schnitger-Orgel der Sint-Laurenskerk in Alkmaar.

    Diese Komposition entspricht einer sphärischen Ausdehnung in das Universum über 100 Lichtjahre. Die Struktur des Stücks richtet sich, ausgehend von der Sonne unseres Sonnensystems, nach der Position einzelner Sterne. Leuchtkraft und Kategorie dieser Sterne sind (mit künstlerischen Freiheiten) in Töne umgesetzt.
    Ab einem bestimmten Zeitpunkt überlagern sich die Lichtstrahlen der Sterne zu einem gleißenden Klang. Den Leitfaden der Reise in die Unendlichkeit bildet eine klangliche Umsetzung der Zahl π.

  • The artificial musical brain

    Das Projekt lotet mögliche Interaktionen zwischen menschlichen Performern und genetischen Algorithmen aus.

    Uraufführung

    Kyma International Sound Symposium (KISS) 2016
    De Montfort University in Leicester | England

    Der Algorithmus wurde von John Mantegna von der University of Vermont (USA) in Kyma entwickelt und wurde bei der Uraufführung mit dem Gulliphon verbunden. Das Instrument leitet nicht nur die Entwicklung des Algorithmus, sondern steuert auch die klangliche Grundlage für die Performance bei.

    Genetische Algorithmen basieren auf dem Prinzip der biologischen Evolution. Der iterative Verfeinerungsprozess einer funktionierenden Lösung basiert auf genetischen Operatoren wie Kreuzung und Mutation.

    Der Algorithmus reagiert auf unterschiedliche Weise auf den Input des menschlichen Spielers. Das Ziel dieses Projektes ist nicht ein fertiges Stück, sondern das Erleben des akustischen Resultats, das der Algorithmus erzeugt, während er sich in Richtung des vorgegebenen Ziels bewegt. Das Ziel ist jedoch flexibel und kann vom Spieler immer wieder neu definiert werden.

  • Geist

    Eine säkulare Pfingstmesse

    oder

    ein künstlerisch-wissenschaftliches Experiment aus Klang, Gedanken und Gesprächen

    Da Geist nicht nur ein Phänomen der Kirchen ist, sondern auch Kunst, Kultur, Philosophie und Wissenschaft Geist haben, machen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Gedanken über den Geist und versuchen der Frage nachzugehen: Was ist Geist? 

    Eine gemeinsame Veranstaltung der Universität zu Lübeck, der Fachhochschule Lübeck, der Musikhochschule Lübeck und des St. Petri Kuratoriums am Pfingstsamstag | 14. Mai 2016
    in St. Petri in Lübeck

    Initiator und Moderation | Pastor Dr. Bernd Schwarze
    Musikalisches Konzept, Live-Elektronik | Franz Danksagmüller
    Mit Studierenden der Musikhochschule Lübeck
    Choralschola, Orgel, Klavier, Schlagzeug

    Die Musik bestand aus einem gregorianischem Choral sowie Sonifikationen von irrationalen und transzendentalen Zahlen, von Verhaltensweisen von Tieren und des Dow Jones Index (als Geist der freien Märkte).

    Eine Interaktion von Mensch und künstlicher Intelligenz offenbarte, dass der Mensch in der Lage ist, emotionale Bindungen zu einem virtuellen Wesen einzugehen: Von einem Probanden wurden Herzschlag, Atemgeräusche, Stimme und Gehirnströme abgenommen. Diese Geräusche und Ströme wurden in Datenströme umgewandelt, die die Klänge einer künstlichen Intelligenz-Klangmaschine dirigierten. Deren Klänge wiederum beeinflussten den Probanden – ein Feedback Loop entstand.

    Vorträge

    Prof. Dr. Stefan Krause | Fachhochschule Lübeck
    Prof. Dr. Alexander Münchau | Universität zu Lübeck
    Prof. Dr. Gaja von Sychowski | Musikhochschule Lübeck
    Prof. Dr. Cornelius Borck | Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck

  • Elohenu

    Hebräischer Gesang
    Synagogale Musik für Viola und Orgel

    Semjon Kalinowsky Viola | www.viola-raritaeten.de
    Franz Danksagmüller Orgel

    Elohenu – Hebräischer Gesang nimmt seine Hörer mit auf die Reise durch die jüdische Orgel- und Kammermusikwelt des 19. und 20. Jahrhunderts. Das Repertoire jüdischer und nicht-jüdischer Komponisten durchquert die europäische Achse – vom Osten in der Ukraine, zum Westen in Frankreich, in den Norden nach England und die Süd-Schweiz – bis in die amerikanische Emigration.

    Programm mit werken von

    Louis Lewandowski | 1821 – 1894
    Ernest Bloch | 1880 – 1959
    Max Bruch | 1838 – 1920
    Siegfried Würzburger | 1877 – 1942
    Friedrich Gernsheim | 1839 – 1916
    Alexandre Tansman | 1897 – 1986
    Samuel Alman | 1877 – 1947
    Fernand Halphen | 1872 – 1917

    CD

    Aufnahme am 24. | 25. April 2015
    an der historischen Walcker-Orgel
    in der Heiligen-Geist-Kirche zu Rostock
    Verlag: www.ambiente-audio.de

    PDF-Download > CD-Begleitbooklet | Text Dr. Tina Frühauf

    mehr Informationen
    Europäisches Zentrum für Jüdische Musik an der HMTM Hannover
    www.ezjm.hmtm-hannover.de

    > Buchungsanfrage

  • Resonanzen

    Multimediales Projekt mit Ausstellung
    Video-Installation | Musik-Performance

    Aufführung am 23. November 2014 in St. Jakobi in Lübeck

    30 von einer schweren Erkrankung betroffene Menschen haben in Texten, Bildern und Videointerviews ihren Krankheitsverlauf beschrieben. Sie reflektierten, wie sie selbst und ihre Umgebung damit umgehen und konfrontierten sich und die Öffentlichkeit mit existenziellen Fragen des Lebens.

    Studierende der Musikhochschule Lübeck setzten die Texte in Musik um und initiierten einen Sprechchor aus Teilnehmern. Für die Aufführung wurden auch Daten von Krankheitsverläufen und steigende und fallende Laborwerte in Klang umgesetzt. Die Vokalistin Lauren Newton reagierte mit ihren Stimm-Improvisationen auf die einzelnen Teile des Abends. Malereien von und Interviews mit den Teilnehmern wurden im Verlauf des Abends auf Säulen und das Kirchengewölbe projiziert.

    «Man lebt so unbedarft, bis eine solche Diagnose das Leben verändert. Man ist sprachlos. Dieser Sprachlosigkeit wollten wir eine Form geben.»
    Franz Danksagmüller

    Projektleitung: Franz Danksagmüller
    Konzept: Franz Danksagmüller | Anne Michel
    Interviews | Musik: Studierende der MHL
    Chorleitung: Anne Michael
    Lichtdesign: Dominik Steinhagen

    Mitwirkende

    Lars Schwarze | Fabian Luchterhandt | Lauren Newton | Vocalists
    David Cariano Timme | Roman Schlonski | Schlagzeug

    Unterstützung

    Ärzte und Therapeuten des Palliativnetzwerks Travebogen, der Uniklinik Lübeck, der Sana Kliniken, der Caritas Lübeck, der Muschel in Bad Segeberg und dem Friedrich Ebert Krankenhaus in Neumünster

    Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Possehl-Stiftung, der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck, dem Verein Horizonte, der Prof. Julius Edelhoff-Stiftung und der Gemeinde St. Jakobi.

    Teilnehmerreaktionen

    Leonore Matouschek | Kunsttherapeutin
    An der Aufführung von Resonanzen in Lübeck war alles zum Staunen: Die Projektionen der Malereien und Texte von Betroffenen mit schwerer Krankheit, (Wandprojektionen fortlaufend vor und nach der Aufführung im Kirchenraum), die Interviews mit diesen Schwerstkranken in Ton und Bild, die langsamen Farbwechsel, die in das hohe Kirchengewölbe projiziert waren, die seltsamen Klänge, die leise mittransportierten Lebenserfahrungen – und ein einmaliger «Sprechchor», der sich unter professioneller Einstudierung mit uns Laien zu einer eindrucksvollen Form entwickelt hatte.

    Die minutenlange Stille in der vollbesetzten alten Kirche nach dem Ende aller Klänge und Bildprojektionen war eine eindrucksvolle und wunderbare Antwort auf das Erlebte. Von vielen Besuchern waren positive Aussagen darüber zu hören, wie beeindruckend dicht das schwere Thema «lebensbedrohliche Krankheit» auf diese ungewöhnliche Weise transportiert werden konnte. Von dem, was atmosphärisch im Raum war, können entstandene Fotos und
    Filmsequenzen kaum etwas abbilden. Das ganze Projekt und die fachliche und menschliche Entwicklung dabei – zusammen mit allen Protagonisten – wird als ein besonderer Eindruck für
    Teilnehmer und Zuschauer bestehen bleiben.

    Carola S.
    Für mich war es eine tolle Begegnung mit Menschen, die verschiedene Erfahrungen mit lebensbedrohlichen Krankheiten hatten. Gemeinsam durften wir unsere Gefühle ausdrücken und hatten viel Spaß und Freude an dem musikalischen Projekt.

    Jonas K.
    Das Projekt war für mich eine wunderbare Zeit mit vielen unterschiedlichen, wunderbaren Menschen. Während der Treffen zur Vorbereitung auf das Konzert tauschte man sich über die eigenen Erfahrungen mit der eigenen Krebserkrankung aus, und es entstand eine unglaubliche Geschlossenheit unter uns Mitwirkenden. In den Proben sahen wir dann zum ersten Mal die ganzen Video- und Tonaufzeichnungen, die vom Kernteam konzipiert wurden.

    Diese Interviews lösten bei mir und vielen anderen ein Flashback aus. Keinesfalls im negativen Sinne, doch durchlebte man in diesen Minuten all die Erfahrungen und Ereignisse, die einem damals passierten, von vorne bis hinten. Als ich diese Aufzeichnungen das erste Mal sah, wurde mir bewusst, dass das Ganze ein großer Erfolg wird. Als das Konzert dann lief und die Kirche St. Jakobi mit 200-300 Leuten gefüllt war, spürte man, wie dieses Thema die Leute fesselte und sie automatisch dazu animierte, sich damit auseinander zusetzen.

    Dieses Projekt war | ist etwas ganz besonderes für mich, deswegen kann ich nur empfehlen, es weiter zu führen und weiter zu tragen, denn mit diesem Konzept kann man, denke ich, viele Menschen erreichen.

  • sounds of π –
    flow my tears

    für Stimme und
    Continuobass | Live-Elektronik

    Berit Barfred Jensen | Gesang

    Das Projekt ist inspiriert durch das Lied Flow my tears von John Dowland aus dem 16. Jahrhundert.

    Die Gesangsstimme wird auf drei klanglichen Ebenen begleitet:
    > Continuobass, der auf dem Continuum Fingerboard frei intoniert wird
    > Begleitstimmen, die durch die Live-Elektronik von der Gesangstimme abgeleitet werden,
    > reine Sinustöne, die in einer Stimmung erklingen, die auf der irrationalen und transzendentalen Zahl π basiert.

    Im klanglichen Spektrum der Musik erscheint die Solistin wie das einzige menschliche Wesen in einer Maschinenwelt oder in einem futuristischen Garten: Töne klingen wie kleine Maschinen, wie emsige Insektenroboter oder wie ein künstlicher Vogel, dessen Zwitschern ausschließlich aus der klanglichen Modulation der Zahl π mit sich selbst besteht. Zu diesem Klangbild gesellen sich ferne, artifizielle Stimmen, die von der Stimme der Sängerin abgeleitet werden und mit ihr eine Symbiose eingehen. Dadurch wird die düstere Stimmung des alten Liedes in ein futuristisches Klangszenario transportiert, in dem die Maschinenwesen menschliche Emotionen zu lernen scheinen.

    Die Uraufführung fand am 27. August 2014 im Konzertsaal des Royal Danish Conservatory of Music statt und wurde vom dänischen Rundfunk aufgezeichnet.

    > Video

  • Sphaera

    für 2 Orgeln mit 4 Spielern
    Graphiktablett | Live-Elektronik (Kyma)

    Franz Danksagmüller | Komposition

    Uraufführung in St. Jakobi in Lübeck
    beim Kyma International Sound Symposium (KISS 2014)
    durch den Komponisten sowie an den Orgeln
    Arvid Gast | Natalia Uzhvi | Alexander Annegarn | Anne Michael

    Länge: ca. 7 Minuten
    > Videoaufzeichnung

    Der Komponist Bernd Alois Zimmermann hat für seine Arbeit einen besonderen Zeitbegriff zugrunde gelegt, bei dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht an den Vorgang der Sukzession gebunden sind: «In unserer geistigen Wirklichkeit existiert diese Sukzession … nicht, was eine realere Wirklichkeit besitzt als die uns wohlvertraute Uhr, die ja im Grunde nichts anderes anzeigt, als dass es keine Gegenwart im strengeren Sinne gibt. Die Zeit biegt sich zu einer Kugelgestalt zusammen.»

    Sphaera lässt sich von diesem Zeitbegriff inspirieren und kombiniert den Klang der Orgel mit der komplexen Klangwelt unserer Zeit. Wir Menschen des 20. und 21. Jahrhunderts bewegen uns täglich zwischen und in Klängen unterschiedlichster Herkunft, die sich in einer Gegenwart (dem Ort und der Zeit, in der wir uns gerade befinden) verdichten.

    Die Orgel wird oft gedacht als menschlicher Körper: Die Bälge entsprechen den Lungen, der Wind repräsentiert den Atem und somit den Ursprung von Leben und Klang. Das Stück entwickelt sich aus dem «Atem» der Orgel und taucht durch den Einsatz von Live-Elektronik immer mehr ein in ein Dickicht aus Alltagsgeräuschen (Stimmgewirr, verschiedenste Musikaufnahmen, Nachrichten etc.). Das Graphiktablett dient als Controller für die Live-Elektronik, die darauf hinterlassenen Spuren resultieren in einer graphischen Partitur.

  • Graphic scores

    György Ligeti | Volumina (1962)
    Bengt Hambraeus | Extempore (1975)
    John Cage | Fontana Mix und Souvenir (1958/1983)

    Interpretation: Franz Danksagmüller
    Uraufführung: 22. Mai 2013 in St. Jakobi, Lübeck

    Das Programm graphic scores besteht aus Kompositionen, die als graphische Partituren notiert sind. Graphische Notationen verwenden (neben herkömmlicher Notenschrift) Symbole,Texte und Farben. Dadurch ist dem Interpreten ein großer Spielraum gegeben. Teilweise ist so eine Partitur eher Inspiration für Improvisationen als eine genaue Spielanleitung. Der Interpret wird somit zum «Co-Komponisten».

    Die Kompositionen von Ligeti und Hambraeus zählen zu den ersten graphisch notierten Orgelwerken und sind Klassiker der Orgelliteratur des 20. Jahrhunderts. Der Fontana Mix von John Cage ist ein Werkzeug zur Herstellung aleatorischer Kompositionen. In diesem Fall werden die daraus gewonnenen Parameter für die Programmierung des Algorithmus verwendet, der die elektronischen Klänge erzeugt. Gleichzeitig dazu erklingt – ganz im Sinne von John Cage – seine Komposition Souvenir.

    Um dem Publikum einen Einblick in die Gedankenwelt und Vorgehensweise des Interpreten zu ermöglichen, wurden die Partituren von Franz Danksagmüller animiert bzw. in einen zeitlichen Ablauf gebracht. Diese animierten Partituren können somit auf eine Leinwand bzw. eine Wand projiziert werden. Bei der Uraufführung in St. Jakobi in Lübeck wurden die animierten Partituren auf das Deckengewölbe projiziert.

    > Video György Ligeti: Volumina

    > Video Bengt Hambraeus: Extempore

    > Video John Cage: Fontana Mix und Souvenir

    Das Programm wird zusammen aufgeführt mit SPHAERA, einer Komposition von Franz Danksagmüller (2014) und dauert ca. 60 Minuten.

    > Buchungsanfrage

  • Seven Little Nightmares

    For toy piano and soundfiles

    „Im Sommer 2012 bat mich Isabel Ettenauer, ein Stück für sie zu schreiben. Sie schickte mir einen Link zu einer ebay-Auktion von einem alten Schoenhut Toy Piano. Ich verliebte mich sofort in dieses charmante Instrument. Ich begann zu improvisieren und die Ideen sprudelten nur so aus mir heraus. So entstand diese kleine Suite.“

    Die Suite wurde beim Rainy Days Festival 2012 in der Philharmonie Luxembourg uraufgeführt.

    www.isabelettenauer.com/en/the-joy-of-toy/repertoire

  • At the big dump

    für Orchester | Live-Elektronik (Kyma)
    Solisten | Toy Piano

    Auftragswerk der Filmmusiktage in Halle
    Uraufführung am 27. Oktober 2012 im Rahmen des Galakonzertes in der Oper Halle durch die Staatskapelle Halle
    unter der Leitung von Bernd Ruf
    Liveübertragung von MDR Figaro

    Live-Elektronik: Franz Danksagmüller
    Toy Piano: Benjamin Köthe
    Stimme: Anke Sieloff

    Länge: 10 Minuten

    Die Komposition beschreibt ein apokalyptisches Szenario: Auf einer großen Müllhalde treffen Wesen mit künstlicher Intelligenz (genannt Graham, Rachel und Vicky) auf die wenigen auf der Erde verbliebenen Menschen. Diese suchen im Müll nach Erinnerungsstücken und erinnern sich dabei an alte Lieder und Tänze. Die Wesen mit künstlicher Intelligenz beobachten die Menschen und beginnen letztendlich selber zu singen – so versuchen sie, sich der menschlichen Natur anzunähern.

    Die Elektronik wird hierbei mit Wiimote und Nunchuck kontrolliert. So wird z.B. das Singtempo der künstlichen Wesen mithilfe dieser Controller mit dem Tempo des Dirigenten synchronisiert.

    Mitteldeutsche Zeitung | 28. Oktober 2012
    «Mit einer musikalischen Innovation ganz anderer Art versetzte Franz Danksagmüller – Komponist und virtuoser Handhaber einer «Wii» – das Publikum in Erstaunen bei seinem futuristischen Gedankenspiel At the Big Dump | Auf der Müllhalde. Über einen Computer und die Spielekonsole gesteuert, schuf er elektronische Klänge, die menschliche Stimmen und Töne echter Instrumente verzerrte und somit den Background für eine von Maschinen animierte, apokalyptische Welt bot.»
    > ganzer Artikel

  • Kompositionen für Chor

    passio

    Auftragswerk
    der Dommusik St. Pölten | Österreich

    Uraufführung am Karfreitag, 10. April 2009
    im Rahmen der Karfreitagsliturgie im Dom zu St. Pölten
    Besetzung:
    Chor | Soli | Sprecher | Streichquartett | Orgel und Gemeinde
    Dauer: ca. 30 Minuten.

    Die Komposition basiert auf der Passion nach Johannes und ist eigens für die Liturgie konzipiert. Sie ist die Überarbeitung einer früheren Version für Chor, Soli, Sprecher, Schlagzeug und Live-Elektronik.

    veni!

    Auftragswerk
    der Chorszene Niederösterreich

    Uraufführung am 6. November 2009
    von Chorus Musical Sacra Krems
    unter Alfred Endlweber in der Minoritenkirche in Krems | Österreich
    Besetzung: gemischter Chor
    Dauer: 6 Minuten

    Die Komposition basiert auf dem lateinischen Hymnus «Veni veni Emmanuel». Eine Aufnahme ist auf der CD Vielstimmig 5 zu hören.

    metamorphoses

    Auftragswerk
    der Niederösterreichischen Vokalakademie

    Uraufführung am 4. August 2006
    unter Heinz Ferlesch in Melk | Österreich
    Besetzung: gemischter Chor
    Dauer: 6 Minuten

    Diese Komposition ist auf der CD Vielstimmig 2 enthalten.

    Zwischen 1999 und 2005 war Franz Danksagmüller als Organist und Komponist am Dom zu St. Pölten | Österreich tätig. In dieser Zeit entstanden u. a. folgende Chorkompositionen:

    plena est terra für gemischten Chor | Live-Elektronik
    Psalm für Solo | gemischten Chor | Live-Elektronik
    (Aufnahme durch den ORF)
    Credidi für Soli | gemischten Chor
    Offertorium für gemischten Chor | Orgel
    Psalm XIX für gemischten Chor | Live-Elektronik
    (Aufnahme durch den ORF)
    Psalm 116 für Sprecher | Soli | Chor | Live-Elektronik

  • Musik des Biedermeier

    Orgelwerke des ausgehenden Barocks
    und der Frühromantik

    Beginnend bei einem der letzten Schüler J. S. Bachs – Johann Christian Kittel – spannt sich der Bogen über dessen Schüler Johann Christoph Heinrich Rinck zu Johann Christoph Oley, Johann Gottlieb Müthel, Simon Sechter (dem Lehrer Anton Bruckners) bis hin zu Felix Mendelssohn-Bartholdy und Johannes Brahms.

    Dieser Zeitraum in der Geschichte der Orgelmusik ist besonders interessant: zum einen changiert der Stil vieler Kompositionen zwischen Barock und Klassik, zum anderen bereiten viele Werke den Boden für die größeren Kompositionen der deutschen Romantik. So finden wir z. B. den Beginn des Nachspiels Nr. 27 von J.Ch.H. Rinck wieder in den ersten Takten der ersten Sonate von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das Thema der Fuge der Nr. 26 in derselben Sammlung scheint Franz Liszt für seine berühmte «Fantasie» und «Fuge über Bach» übernommen zu haben.

    2009 entstand eine CD mit diesem Programm auf Instrumenten des Österreichischen Orgelbauers Josef Breinbauer:

    Orgel der Pfarrkirche Aschach an der Donau | Baujahr 1876
    Orgel der Pfarrkirche Saxen | Baujahr 1855

    Mit Werken von:

    F. Mendelssohn-Bartholdy | J. Brahms | M. G. Fischer | J. C. Kittel
    F. P. Lachner | J. G. Müthel | J. Ch. Oley | J. Ch. H. Rinck | S. Sechter

    > zur CD
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  • deconstructing mozart

    Uraufführung: 23. September 2006
    Festival Musica Sacra | St. Pölten, Dom

    Karlheinz Essl Computer | Live-Electronik | www.essl.at
    Franz Danksagmüller Orgel

    Die langsame Einleitung zu Wolfgang Amadeus Mozarts Dissonanzenquartett KV 465 ist voller harmonischer Kühnheiten, die nicht nur Mozarts Zeitgenossen erstaunten, sondern uns auch heute noch Rätsel aufgeben. Hier hat Mozart eine Musik erfunden, die sich bravourös über die tonalen Konventionen seiner Zeit hinwegsetzt und dabei weit in die Zukunft weist.

    Eine Aufnahme dieses Einleitungssatzes, vom Organisten Franz Danksagmüller gemeinsam mit Karlheinz Essl vierhändig an der Domorgel zu St. Pölten eingespielt, dient als Materialsteinbruch für Deconstructing Mozart, das im Rahmen des Festivals Musica Sacra am 23. September 2006 im Dom von St. Pölten uraufgeführt wurde.

    Aus dieser Orgelaufnahme wurden eine Anzahl von Klangstrukturen extrahiert, die das klangliche Ausgangsmaterial für das von Karlheinz Essl entwickelte elektronische Kompositions- und Improvisations-Environments m@zeº2 bilden. Vielleicht lässt sich dieser Vorgang mit der Arbeit eines Alchemisten vergleichen, der in seinem Labor edle Farbpigmente und Malmittel aus Natursubstanzen gewinnt, um damit anschließend ein Bild zu malen, das «Luft von anderen Planeten» spürbar machen will.

    Deconstructing Mozart I > live recording
    Deconstructing Mozart III > live recording

    Mehr Infos zum Projekt:

    www.essl.at/works/deconstr-mozart.html

    kritiken

    Mozart deconstructed | Claudius Caravias
    in: Niederösterreichische Nachrichten, St. Pölten 25.09.2006
    Karlheinz Essl und Franz Danksagmüller machten sich am vergangenen Samstag im Dom zu St. Pölten über die Musik Wolfgang Amadeus Mozarts her. Im Rahmen eines Musica Sacra-Konzertes klopften sie digital und analog Mozarts «Dissonanzen-Quartett» ab, eine Komposition voll harmonischer Kühnheiten. Mozart deconstructed hieß die Komposition von Karlheinz Essl, der die elektronischen Klänge beisteuerte. Auf der Domorgel produzierte Franz Danksagmüller einen erstaunlich digitalen Sound.

    Das Ergebnis war ein höchst faszinierender, meditativer Mix einer neuartig anmutenden Klangwelt. Essl spielte mit dem Werk Mozarts, löste es auf und setzte es neu zusammen. Mozart hätte an dieser Klangperformance seine wahre Freude gehabt.

    St. Pölten – Musica Sacra | Claudius Caravias
    in: Österreichische Musikzeitschrift 11-12 | 2006
    Zu einer Begegnung der besonderen Art kam es im Dom von St. Pölten. Die Besucher des Musica Sacra-Konzertes Mozart deconstructed erlebten den Komponisten Karlheinz Essl im Rahmen einer Welt-Uraufführung. Zerlegt wurde Mozarts «Dissonanzen-Quartett». Essl sammelte die Elemente der Kompostion in seinem Computer, setzte eine faszinierende digitale Zentrifuge in Bewegung und generierte aus Mozart Komposition völlig neue Klangspektren. Der Dom geriet zu einem integralen Klangraum, im Kirchenschiff verteilte Lautsprecher ließen die Zuhörer in einer unglaublichen Klangwelt voll sphärischer Faszination versinken.

    Franz Danksagmüller lieferte dazu den analogen Part auf der Dom-Orgel. Erstaunlich, wie er die Kirchenorgel mit halb gezogenen Registern, blockierten Tasten und dissonierenden Clustern an die digitale Welt anpasste. Essl gewann aus der Musik Mozarts neue Strukturen, indem er aus ihren Bestandteilen Bilder zusammenfügte, gleich einem Maler, der aus der Kraft der Farben schöpft. Mozart hätte an dieser Klangperformance seine wahre Freude gehabt!

    © Bilder: Peter Kainz

    > Buchungsanfrage